Zwei Welten, die sich perfekt ergänzen

18.05.2021

Maschinenbau und Elektrotechnik treffen aufeinander

 

Ein junge Frau sitzt an einem Schreibtisch und bearbeitet ein Gehäuse für eine elektronische Baugruppe

Maschinenbau triff auf Elektrotechnik – Lisa Hartwig ist Werkstudentin beim Elektronikentwickler Turck duotec


Eigentlich hat Lisa in ihrem Studium des Maschinenbaus gelernt, größere Dinge zu konstruieren – Maschinen und Anlagen zum Beispiel. Was sie da gerade in ihrem Büro beim EMS/E2MS-Dienstleister Turck duotec in Halver in Händen bearbeitet, ist dagegen wesentlich kleiner. Das Gehäuse des Smell Inspectors, einer digitalen Nase, passt in eine Hand. Die junge Ingenieurin lacht: „Ob ich ein Gehäuse für eine Maschine oder ein elektronisches Gerät konstruiere, die Arbeit und die Anforderungen sind im Grunde die gleichen.“

Alles an seinem Platz

Lisa Hartwig aus Schwelm ist seit Anfang März 2021 Werkstudentin bei der Turck duotec. Im November 2018 hat sie Bachelorstudium des Maschinenbaus an der TU Dortmund abgeschlossen und anschließend den Masterstudiengang belegt. Nun fehlt nur noch die Masterarbeit. Um Praxiserfahrung zu sammeln, arbeitet sie momenta wöchentlich 20 Stunden beim Elektronikspezialisten aus dem Sauerland. Maschinenbau und Elektrotechnik – sind die beiden Disziplinen nicht recht unterschiedlich? „Im konstruktiven Bereich ist das kein großer Unterschied“, erläutert Lisa. „Hier wie dort arbeitet man mit CAD-Programmen und das benötigte Fachwissen ist das Gleiche. Nur die Dimensionen sind anders.“ In der duotec Forschungs- & Entwicklungsabteilung ist Lisa in verschiedenen Projekten eingebunden.

Gerade eben hat sie ein Gehäuse für den Smell Inspector der SmartNanotubes Technologies mit dem Hersteller angepasst. Der Smell Detector ist ein auf Nanomaterialien basierender Chip, mit dem flüchtige organische Verbindungen – oder einfacher ausgedrückt Gerüche – ermittelt werden können. Eine neue und sehr innovative Technologie, die u.a. Maschinen das Riechen beibringt. So eine digitale Nase ist u.a. in der Lebensmittelverarbeitung, aber auch in der Medizin und in der Sicherheitstechnik von großem Vorteil. Damit die Elektronik im Gehäuse genügend Platz hat, hat Lisa Änderungen am 3D-Modell des Gehäuselieferanten vorgenommen. Außerdem mussten noch zusätzliche Elemente zur Strömungsführung untergebracht werden, wofür sie ebenfalls eine Lösung gefunden hat.

Wie funktioniert das?

Warum hat sich Lisa für ein Studium des Maschinenbaus entschieden, möchten wir von ihr wissen, was war dabei ausschlaggebend? „So genau kann ich das gar nicht sagen, aber ich glaube, ich hatte schon immer ein Interesse an Technik. Mich faszinieren die Vorgänge, die hinter bestimmten Maschinen und Apparaturen stecken.“ Kaum verwunderlich, dass Lisas Leistungskurse auf dem Gymnasium Mathematik und Physik waren. „Dabei war Mathe für mich immer eher Mittel zum Zweck. Richtig begeistert aber bin ich von der Physik und ihren Phänomenen.“ Einen gewissen Einfluss bei der Wahl des Studienfachs bzw. für ihre Vorliebe für mechanische Vorgänge schreibt die junge Frau aus dem westfälischen Schwelm auch ihrem Vater zu. „Mein Vater schraubt gerne an seinen alten Autos herum. Das finde ich sehr cool. Wer macht heute so was denn noch?“
Nach dem erfolgreichen Bachelorabschluss war Lisa sich sehr sicher, den richtigen Beruf ergriffen zu haben. „Zu Beginn des Studiums habe ich mir nicht viel Druck gemacht und bin eher unverkrampft an die Sache herangegangen: Entweder ich schaffe es oder ich schaffe es eben nicht, habe ich mir gedacht.“ Und sie hat es geschafft. Dafür musste sie zwar auch echt büffeln, aber es hat sich gelohnt: „Mein Interesse für technische Zusammenhänge bedient der Maschinenbau wirklich hervorragend, und nach dem Grundstudium wird es dann auch einfacher.“  

Wo sich zwei unterschiedliche Disziplinen überschneiden

Eine junge Frau hat das inoffizielle Harry Potter Backbuch in der Hand
Von der Zeichnung zum fertigen Gehäuse: In der Konstruktion benötigt man räumliches Vorstellungsvermögen

Die Zeit als Werkstudentin bei der Turck duotec absolviert Lisa freiwillig. Bereits während des Studiums hat sie in einem Unternehmen – ebenfalls als Werkstudentin - gejobbt. Dort ist sie auch erstmals mit der Elektrotechnik in Berührung gekommen und hat festgestellt, dass ihr diese Disziplin Spaß macht. Nun hat sie die Möglichkeit, unterschiedliche Projekte der Elektronikentwicklung kennenzulernen, die durchaus Überschneidungen mit dem Maschinenbau aufweisen. Was Lisa daran gefällt, ist die Vielfältigkeit der verschiedenen Projekte sowie die unterschiedlichen angewandten Technologien. Sie sagt: „Die Schnittstelle zwischen Mechanik und Elektronik finde ich besonders spannend. Insbesondere die Sensorik, zum Beispiel die Kraft- und Drucksensorik, die in der Anwendung die Elektronik mit dem Maschinenbau vereint, fasziniert mich. Zur Zeit arbeite ich mit meinem Team an einem Aufbau eines Prüfstands für einen neuen Sensor. Das macht mir total viel Spaß.“ Der Maschinenbau und die Elektronik – für Lisa gehen sie bei Turck duotec eine gewinnbringende Verbindung ein.

Bis Ende Juli dieses Jahres bleibt Lisa der Turck duotec als Werkstudentin erhalten. Dann möchte sie mit ihrer Masterarbeit beginnen. Kann sie sich erklären, warum unter den Maschinenbaustudierenden nur jede zehnte eine Frau ist? „Ich sehe eigentlich keinen wirklichen Hinderungsgrund für weibliche Studierende“, meint Lisa. Sie ist sogar der Überzeugung, dass Frauen, haben sie sich einmal für einen technischen Studiengang entschieden, auch eher daran festhalten und nicht so schnell die Flinte ins Korn werfen. Neben dem Studium, so möchten wir gerne wissen, bleibt da noch Zeit für Hobbies, die nichts mit Technik zu tun haben? Lisa lacht. Ja, sie ist gerne kreativ und verbringt regelmäßig Zeit mit ihren Freunden, und zwar am liebsten draußen in der Natur. Außerdem geht sie regelmäßig ins Fitness-Center und besucht seit ihrem vierten Lebensjahr eine Ballettschule. Während der Corona-Pandemie war beides allerdings nur eingeschränkt möglich, weshalb sie auf Home-Workouts umgestiegen ist.

Ob sie schon ein Thema für ihre Masterarbeit habe, fragen wir zum Abschluss. Das stehe noch nicht konkret fest, erläutert Lisa. Sie schließt aber nicht aus, dass sie diese Arbeit bei der Turck duotec erstellt: „Ich würde mich jedenfalls freuen.“

Wir wünschen Lisa weiterhin viel Erfolg!

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