Ziemlich logisch

21.07.2020

Bachelorand ist Teil des Forschungsteams

Ein Bachelorand bei einem EMS-Dienstleister sitzt an seinem Arbeitsplatz
Dennis Stiegekötter hat sich schon sehr früh für Technik interessiert

Dennis Stiegekötter wirkt heiter und entspannt. Nein, das Elektrotechnik-Studium sei ihm nicht besonders kompliziert erschienen. Er lacht. „Dabei war ich in der Schule noch nicht einmal besonders gut in Mathe.“ Seit dem 1. April 2020 absolviert der Student aus dem münsterländischen Altenberge bei der Turck duotec in Halver die erforderlichen Vorarbeiten für seine Bacheloarbeit, die er anschließend im Bereich der Quantentechnologie anfertigen wird.

Sehr praxisnah und anwendungsorientiert findet Dennis sein Studium an der FH Münster am Studienort Steinfurt. Wurden in den ersten drei Semestern vor allem Grundlagenwissen in den Fächern Elektrotechnik, Physik, Elektronik, Infomatik und Mathematik vermittelt, hat sich Dennis in der zweiten Hälfte des Studium für eine Vertiefung in der Automatisierungstechnik entschieden.„Ich habe mich schon immer sehr für Technik interessiert und gerne „gebastelt““, sagt er.

Wie funktioniert das eigentlich?

Als Kind ging sein technisches Interesse schließlich so weit, dass er sich auf dem Werkstoffhof einen alten Fernseher besorgte, um ihn zu Hause in seine Einzelteile zu zerlegen. Nach der Schule entschied sich Dennis zunächst für eine Ausbildung als Elektroniker bei der Schmitz Cargobull AG in Altenberge. „Zu diesem Zeitpunkt traute ich mir ein Studium irgendwie noch nicht zu“, erinnert er sich. Dass er sich dennoch nach Abschluss der erfolgreich absolvierten Ausbildung umgehend an der FH Münster einschrieb, ist einem anderen Cargobull-Azubi zu verdanken. Der entschied sich nämlich zum anschließenden Studium der Elektrotechnik, was Dennis davon überzeugte, es ebenfalls zu versuchen. Was er an der Uni und dem Lehrplan gut findet, möchten wir von ihm wissen. Zum einen den guten Draht zu den Professoren, die nahezu alle Studierenden mit Namen kennen, meint Dennis. Zum anderen, dass das Gelernte immer einen praktischen Bezug hat. „Learning by doing wird bei uns im Fachbereich groß geschrieben. Und das macht Spaß, denn in der Elektrotechnik ist eigentlich alles logisch herleitbar.“

Das Gelernte anwenden

Professor Dr.-Ing. Peter Glösekötter leitet den Fachbereich Elektrotechnik und Informatik an der FH Münster. Er war es auch, der den Kontakt zur Turck duotec herstellte. Die Hochschule und der EMS-/E2MS-Dienstleister arbeiten gemeinsam in einem zukünftigen Forschungsprojekt zur Quantentechnologie. Als Dennis den Wunsch äußerte, seine Bachelorarbeit zum Thema analoge Schaltungen anzufertigen, fragte Profesoor Gläsekötter kurzerhand bei der Turck duotec im Sauerland an. Nun sitzt der Elektrotechnik-Student umgeben von Test-Aufbauten mitten in der Forschungs- & Entwicklungsabteilung.

Zur Zeit vergleicht er die verschiedenen Aufbauten miteinander, indem er deren Eigenschaften und die gelieferten Messergebnisse überprüft. „Es macht Spaß, etwas auszuprobieren, was im Studium so nicht möglich war.“ Alle zwei Wochen gibt es eine Skype-Konferenz. Dann tauscht sich der Student gemeinsam mit den Projektbeteiligten über die bisherigen Arbeitsergebnisse aus. Wenn alle Vorarbeiten abgeschlossen sind, fängt er schließlich mit der eigentlichen Bachelorarbeit an. An deren Ende soll dann ein fertig entwickelter Demonstrator zur Präsentation auf Messen stehen.

Hobby und Beruf gehen gut zusammen

Seinen Wohnsitz hat Dennis Anfang April nach Schalksmühle verlegt, nach Hause ins Münsterland fährt er nur am Wochenende. „Was mir im Sauerland gut gefällt, sind die Natur und die vielen Wälder“, meint er. So lädt die nahegelegene Glörtalsperre beispielsweise zum Montainbiken ein. Aber Dennis kocht auch gerne. Vor allem die italienische Küche mag er sehr. Und er wäre kein begeisterter Bastler, hätte er nicht auch in diesem Bereich Hobby und Beruf miteinander verknüpft. „Hefeteig verhält sich ja mitunter ein wenig problematisch. Zum kontrollierten Gehen des Teigs habe ich daher kurzerhand eine Wärmebox konstruiert“, lacht er.

Auch im übrigen Leben sind seine elektrotechnischen Kenntnisse durchaus von Vorteil. Seine Familie fragt jedenfalls öfter an, wenn es um kniffelige Strom- oder elektrische Schaltungsangelegenheiten geht. Eins steht fest: Für Dennis ist die Elektrotechnik eher eine Berufung als ein Beruf. Ob er denn den ehemals auseinandergenommenen Fernseher auch wieder zusammengebaut habe, wollen wir schließlich noch wissen. Dennis schmunzelt: „Nicht wirklich. Ich habe mich ja damals eher für die verbauten Einzelteile interessiert.“

Wir wünschen Dennis auf weiterhin viel Erfolg und viel Spaß auf seinem Weg vom „Bastler“ zum professionellen Entwickler!