Relativ viel Licht – wie Albert Einstein den Strom auf das Oktoberfest brachte

20.09.2019

Albert Einstein, Physiker und Nobelpreisträger
Albert Einstein während eines Vortrags in Wien, Foto: F. Schmutzler

„O’zapft is“ – Am 21. September blickt fast die ganze Welt wieder ins Münchner Schottenhamel-Zelt, wenn der Oberbürgermeister und der bayerische Ministerpräsident das erste Fass anschlagen und gemeinsam die erste Maß Bier trinken und „auf eine friedliche Wies’n“ anstoßen. Dass die beiden Politiker das nicht im Dunkeln tun müssen, dazu hat vor 123 Jahren ein junger Mann beigetragen, der später weltberühmt werden sollte.

Der Schottenhamel hat mit einigen Besonderheiten aufzuwarten. Der Betrieb des legendären Festzeltes reicht schon bis ins Jahr 1867 zurück. Der Schottenhamel war auch das erste Wiesnzelt mit elektrischem Licht. Bereits 1896 wurden im Zelt Stromleitungen verlegt. Die Glühbirnen kamen von AEG, und die Installation der Leitungen sowie der Lampen übernahm die Firma Jakob Einstein aus Augsburg und München. Einer der beiden Geschäftsführer der Firma war Hermann Einstein, der Vater von Albert Einstein. Und eben dieser, später weltberühmte Physiker und Nobelpreisträger, half kräftig bei der Installation der Beleuchtung im Festzelt mit. Albert Einstein verdiente sich, damals siebzehnjährig und noch Schüler, als Aushilfselektriker in der Firma seines Vaters etwas dazu. Ob er sich schon beim Verlegen der Kabel mit der Struktur von Materie, Raum und Zeit beschäftigte, ist nicht überliefert. Vielleicht mit dem Thema Gravitation, falls eine der Glühbirnen hinunterfiel.

 

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Neben den ersten Stromleitungen auf dem Oktoberfest elektrifizierten die Einsteins übrigens noch ein paar Straßen in Schwabing, die Brauerei Hacker-Pschorr sowie das Klinikum rechts der Isar. Aber die Firma Einstein sollte nicht mehr lange existieren. Die Einsteins hatten sich auf Gleichstrom spezialisiert, während Konkurrenzunternehmen wie Siemens & Halske sowie die AEG längst Wechselstrom favorisierten und sich langfristig auch durchsetzen. Der Versuch, das Kerngeschäft nach Italien zu verlegen, scheiterte ebenfalls. 1897 gab die Familie Einstein das Geschäft auf. Albert Einstein widmete sich von nun an mehr der Theorie denn der Praxis. Er begann sein Studium, und nur acht Jahre später legte er seine erste Veröffentlichung zur speziellen Relativitätstheorie vor.