Kurz erklärt: Autoklavierbares Umspritzen

07.02.2020

Das autoklavierbare Umspritzen bezeichnet ein Verfahren zum Schutz elektronischer Baugruppen. Mittels Spritzgusstechnik wird dabei ein geschlossenes Kunststoffgehäuse direkt um die Elektronik gelegt, in das sich auch Kabelmantel bzw. -litze dicht einschweißen lassen. Auf diese Weise entsteht ein wasch- und sterilisierbares Element.

Häufig findet das Verfahren Anwendung bei medizinischen Geräten. Denn elektronische Instrumente, Diagnose- oder Versorgungsprodukte kommen nicht nur mit Blut, Wasser, Desinfektionsmitteln oder aggressiven Reinigern in Berührung, sondern sie müssen sich zur Wiederverwendung auch säubern und sterilisieren lassen. Das bei der Direktumspritzung erstellte Gehäuse hält den hohen Drücken und Temperaturen des Autoklavierens mühelos stand. Es verhindert außerdem das Eindringen von Wasser und schützt die Elektronik so vor eventuellen Kurzschlüssen.

 

Die Umspritzung eignet sich insbesondere für kleinere und miniaturisierte Baugruppen. Die Wandstärken der spritzgegossenen Gehäuse weisen trotz ihres hohes Schutzes nur wenige 1/10 Millimeter auf. Kommen die Geräte in der Medizin zum Einsatz, müssen die verwendeten Kunststoffe biokompatibel sein, d.h. sie dürfen bei direktem Kontakt keinen negativen Einfluss auf lebende Gewebe ausüben.

Einen experimentellen Demonstrator zum autoklavierbaren Umspritzen hat die Turck duotec entwickelt. Nähere Infos dazu gibt es hier.