„In den letzten 15 Jahren hat sich viel verändert"

09.08.2019

Geschäftsführer Arthur Rönisch (3.v.l.), gratuliert Bert Hettesheimer (2.v.l.) zu "15 Jahren Turck duotec GmbH".
Geschäftsführer Arthur Rönisch (3.v.l.), gratuliert Bert Hettesheimer (2.v.l.) zu "15 Jahren Turck duotec GmbH"Geschäftsführer Arthur Rönisch (3.v.l.), gratuliert Bert Hettesheimer (2.v.l.) zu "15 Jahren Turck duotec GmbH". © Turck duotec GmbH .

Das Jahr 2004 ist ein ereignisreiches Jahr: Horst Köhler wird Bundespräsident. Heinz Fischer auch, allerdings in Österreich. Der SV Werder Bremen holt das Double aus Meisterschaft und Pokal (ja, Sie haben richtig gelesen). Die Nationalmannschaft hingegen scheidet bei der EM schon in der Vorrunde aus und Rudi Völler muss seinen Hut nehmen, dafür wird Otto Rehagel mit seinen Griechen Europameister. Im Januar landet die Marssonde Opportunity auf dem roten Planeten, im Februar startet Mark Zuckerberg Facebook, und im August fängt Bert Hettesheimer bei der Turck duotec GmbH an.

Start bei der Turck duotec GmbH

Als Bert Hettesheimer bei der Turck duotec GmbH im technischen Vertrieb anfing, war eine seiner Tätigkeiten die Übernahme von laufenden Projekten. Zusätzlich akquirierte er neue Kunden und Projekte, zum Teil auch auf Messen. Ihm war es schon damals wichtig, vor allem Aufträge unter dem Aspekt der Entwicklung zu gewinnen, also keine reinen Produktionsaufträge, um den Bereich Entwicklung im Unternehmen voran zu bringen. Im Sinne einer langfristigen Kundenbindung ging es Hettesheimer vor allem darum, die Vorstellungen der Kunden in Hard- und Software umzusetzen. Da die Turck duotec GmbH damals noch keine eigene Entwicklungsabteilung hatte und deshalb zunächst bei der Werner Turck GmbH & Co. KG entwickeln ließ, war Bert Hettesheimer auch für die Koordination zwischen beiden Firmen verantwortlich.
Nach dem Abitur hatte Bert Hettesheimer zunächst eine Ausbildung zum Nachrichtengerätemechaniker gemacht. Seinen Wehrdienst absolvierte er als Funkmechaniker bei der Luftwaffe. Im Anschluss daran studierte er Automatisierungstechnik in Gummersbach und schloss als Diplom-Ingenieur im Bereich Elektrotechnik ab. Nach dem Studium arbeitete er als Hard- und Softwareentwickler, einige Jahre auch selbstständig, bevor er dann im Jahr 2004 zur Turck duotec kam.

Neue Herausforderungen

In Halver erwarteten Hettesheimer dann viele unterschiedliche und herausfordernde Aufgabenstellungen. Von Produkten für Harley Davidson bis hin zu Sensoren für medizinische Geräte waren viele interessante Projekte dabei. Gerade im Bereich Medizintechnik musste man manchmal etwas Federn lassen: „Wenn wir in dem Markt weiter Schritt halten wollen, dann müssen wir uns dauernd neuen Normen und neuen Vorgaben anpassen, sonst haben wir im Markt keine Chance“, erklärt Hettesheimer die Herausforderungen bei solchen Projekten.
Werner Turck, ehemaliger Inhaber und Geschäftsführer der Turck duotec GmbH, ließ seinen Ingenieuren weitgehend freie Hand: „Er hat frühzeitig Dinge erkannt, die sich zukünftig lohnen können“, erklärt Hettesheimer, „Er hat den Entwicklern wirklich freien Raum gelassen. Wir haben viel experimentiert, wir haben viel ausprobieren können, was in der heutigen Zeit aufgrund des immer höher werdenden Kostendrucks leider nicht immer möglich ist. Auch der bürokratische Aufwand ist wesentlich höher geworden“, erklärt Hettesheimer die Veränderungen in der Arbeitsweise während der letzten 15 Jahre. Außerdem sei der Elektronikmarkt in den letzten Jahren immer enger geworden. Hinzugekommen sind weitere Aufgaben, die es früher nicht gab: „Die eigentliche Entwicklungsarbeit hat sich heute um Qualifizierungsaufgaben erweitert. Validierung und Verifizierung nehmen heute einen Großteil der Entwicklungsarbeit ein, auch weil die Produkte immer komplexer sind“, erklärt Hettesheimer die Veränderungen im Bereich Entwicklung. Letztendlich bedeutet dies auch, dass man als Unternehmen heutzutage immer später beginnt, mit Produkten Geld zu verdienen. „Früher hat man ein Produkt in ca. drei Monaten entwickelt, aktuell sind zehn Monate und mehr oft die Regel.“

Die Gegenwart

Heute, im Jahr 2019, ist Bert Hettesheimer der Mann der Daten bei der Turck duotec GmbH. Sein Aufgabenbereich hat sich also noch einmal verändert. Er kümmert sich um Datenverwaltung und Datenschutz (DSGVO ist da nur ein Stichwort), um Wissensmanagement und um das Organisationshandbuch sowie die Einhaltung von Vorgaben und Normen.
Bei der Turck duotec GmbH schätzt Bert Hettesheimer besonders die hervorragende Kollegialität, die er hier in all den Jahren erleben durfte: „Wir haben eine tolle Mannschaft und jeder hilft jedem, auch abteilungsübergreifend. Wenn hier jemand nicht weiter kommt, kann er sich sofort an die Kolleginnen und Kollegen wenden, und das finde ich nach wie vor toll."
Eines seiner schönsten Erlebnisse war, nach längerer Entwicklungszeit, die Fertigstellung eines Sensors für ein medizinisches Gerät. „Wir haben den Sensor mit einer relativ kleinen Mannschaft entwickelt. Und als der Kunde gesagt hat, ja, das ist es, so stellen wir uns das vor, war das ein toller Moment. Der schönste Moment war eigentlich immer der, wenn man sagen konnte, die Entwicklung ist abgeschlossen, es kann jetzt in die Produktion gehen.“

Die Zukunft

Für die Zukunft wünscht sich Bert Hettesheimer, dass man die Bürokratie wieder etwas zurückfahren kann. Immer mehr Vorgaben aus Brüssel und Berlin erschweren die Arbeit zusätzlich: „Wir müssen wieder zu den alten Wurzeln zurückkehren. Entwickler und auch Vertriebler müssen wieder mehr Zeit haben, ihren eigentlichen Tätigkeiten nachzugehen. Der Hardwareentwickler möchte Hardware entwickeln, der Softwareentwickler möchte seine Programme schreiben“, so Hettesheimer.
In Zukunft gilt nach wie vor, dass man bei der Turck duotec Lösungen gemeinsam mit dem Kunden erarbeitet: „Wir müssen uns neue Spielräume erarbeiten und neue Freiheiten. Wir müssen uns auf neue Themengebiete spezialisieren und neue Technologien anschauen, die noch niemand auf dem Markt beherrscht. Dann habe ich die Möglichkeit, neue Kunden zu generieren und neue Produkte zu entwickeln und zu platzieren“, stellt sich Hettesheimer die Zukunft der Turck duotec GmbH vor.