Ein Platz für neue Ideen und Innovationen

10.03.2020

„Umziehen? Nie wieder.“ Es gibt Menschen, die angesichts eines Umzugs leicht gestresst reagieren und wie Benjamin Franklin der Meinung sind, das drei Mal Umziehen so schlimm sei wie einmal Abbrennen. Andere wiederum gehen eher gelassen mit dem Wechsel von Räumlichkeiten und den damit verbundenen Umständen um. Im privaten Umfeld in den meisten Fällen einigermaßen überschaubar, nimmt ein Umzug eines ganzen Unternehmens deutlich größere Dimensionen an. Organisation und Zeitplanung müssen stimmen – erst recht, wenn der neue Standort zuvor noch umgebaut wird.

Die Turck duotec wächst und braucht Platz. Zwar hat man sich in den Räumen in der Goethestraße in Halver immer sehr wohl gefühlt, diese entsprachen aber nicht mehr den gestiegenen Anforderungen des Unternehmens. Neue Räumlichkeiten müssen her und auch ein erweiterter Laborbereich ist geplant – auf insgesamt 1.500 Quadratmeter sollen die neuen Flächen an der Humboldtstraße im Laufe des Jahres 2020 anwachsen. Realisiert wird das Ganze durch einen in verschiedenen Teilabschnitten erfolgenden Umbau und eine Modernisierung bestehender Gebäude.

Klingt aufwändig, liegt aber zum Glück in der Hand eines erfahrenen Architekten. Stefan Czarkowski, Mitgründer und Büroinhaber von CL Architektur in Halver, plant und koordiniert mit seinem Büro den Umbau. Sein Team ist auf Architektur und Sachverständigenwesen spezialisiert und hat schon zahlreiche Neubauten und Umgestaltungen alter Immobilien durchgeführt. Was es bei einem solchen Bauvorhaben zu beachten gibt und inwiefern sich die Anforderungen einer gewerblich genutzten Immobilie von denen eines Privathauses unterscheiden, darüber sprachen wir mit dem Architekten aus Halver.

Herr Czarkowski, bereits seit Oktober des letzten Jahres plant und koordiniert CL Architektur den Umbau des Bürogebäudes der Turck duotec. Wann werden alle Arbeiten voraussichtlich beendet sein und wie gut liegen Sie im Zeitplan?

Stefan Czarkowski: Der erste Teil des Projekts wurde ja bereits im Dezember 2019 erfolgreich abgeschlossen, als die ersten etwa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der Verwaltung in das Bürogebäude an der Humboldtstraße gezogen sind. Nun folgen die beiden weitere Bauabschnitte in den angrenzenden Gebäudeteilen. Unsere Planung sieht vor, diese im Oktober 2020 abzuschließen. Wenn alles so weiterläuft wie bisher, können wir den Zeitplan problemlos einhalten.

Die Turck duotec baut nicht neu, sondern modernisiert vorhandene Flächen und passt diese an moderne Gewerbestandards an. Ist das kostengünstiger und nachhaltiger als ein Neubau?

Stefan Czarkowski: In der Regel sind ein Umbau und eine Renovierung weniger kostspielig als die Errichtung eines komplett neuen Gebäudes. Und auch nachhaltiger, denn allein die Erstellung eines Rohbaus verbraucht beim Neubau sehr viel Energie. Aber natürlich haben ältere Bestände auch so ihre Tücken. So haben wir beispielsweise im ersten Renovierungsabschnitt des Bürogebäudes an der Humboldtstraße die gesamte Elektrik und EDV-Datenstruktur erneuern müssen. Das hat länger gedauert als ursprünglich geplant. Auch den heutigen Brandschutzanforderungen muss bei Renovierungen entsprochen werden. Das Gebäude erhielt u.a. neue LED Flucht-und Rettungswegbeleuchtungen. Im dritten Bauabschnitt werden wir außerdem für eine bessere Energieeffizienz die Bauhülle des Gebäudes energetisch aufbereiten und schließlich soll eine effizientere Heizungsanlage für weitere Energieeinsparungen sorgen.

Als Architekt bauen und sanieren Sie auch Wohnhäuser von Privatpersonen. Wie unterscheidet sich ihre Arbeit, wenn Sie einen Gewerbebau planen und umsetzen?

Stefan Czarkowski: Der größte Unterschied liegt im Anforderungsprofil. Damit wir Flächen schaffen, die die gewünschten und vom Auftraggeber definierten Arbeitsabläufe unterstützen, müssen wir im Planungsprozess erstmal sehr tief in diese Prozesse einsteigen. Daran orientieren wir uns schließlich bei der Realisierung des Flächenmanagements, der erforderlichen Medienführung oder bei der Herstellung von Sichtbezügen. Auch der Schallschutz spielt eine wichtige Rolle. So werden bei der Turck duotec nicht nur neue Büroräume, sondern auch Labore entstehen, in denen Maschinen bzw. Apparate eingesetzt werden. Es ist wichtig, dass sich der dabei entstehende Schall später nicht von Raum zu Raum überträgt. Dazu wird wir in Teilen des Gebäudes die Fußbodenkonstruktion verändert und ein schwimmender Estrich eingezogen.

Ob Bauen im Bestand, Errichtung von Industrie- oder Gewerbebauten oder der Erstellung von Ein- oder Mehrfamilienhäusern – das Projektportfolio Ihres Büros ist vielfältig. Auch die Sanierung des Halveraner Freibads Herpine wurde von Ihrem Büro geleitet. Welche Projekte betreuen Sie am liebsten?

Stefan Czarkowski: Das lässt sich so nicht sagen. Jedes Projekt hat seine ganz spezifischen Herausforderungen. Unser Team möchte immer wirtschaftlich, funktional, nachhaltig und ästhetisch bauen und im Falle von Industrie- und Gewerbebauten mit der Architektur effiziente Produktions- und Logistikabläufe unterstützen. Wir denken, dass uns das bei der Turck duotec gelingt und wir am Ende des Jahres 2020 in zufriedene Gesichter blicken.

Die Bilder dieses Beitrags wurden uns - bis auf das erste Bild der Bildergalerie - dankenswerter Weise vom Architekturbüro CL Architektur aus Halver zur Verfügung gestellt.